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Bericht des Magistrats: “Antänzer” auch in Frankfurt?

Geschrieben vonRedaktion | April 15, 2016

Anfrage vom 24.01.2016, A 976 Betreff: “Antänzer” auch in Frankfurt?

In allen deutschen Großstädten ist die steigende Zahl der Taschendiebstähle ein Problem, besonders seit sich die sogenannten “Antänzer” in den Städten etabliert haben.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

1. Wie viele Taschendiebstähle gab es in den letzten 5 Jahren in Frankfurt?

2. Wie viele davon wurden von Antänzern begangen?

3. Wurde ein Anstieg von Brutalität der Taschendiebe beobachtet?

4. Wie viele Täter konnten gestellt werden?

5. Welchen Nationalitäten gehören die Täter an?

6. Wie verteilt sich prozentual die Menge der Straftaten auf die unterschiedlichen Nationalitäten der Diebe?

7. Welche Präventionsmaßnahmen werden ergriffen, um die Taschendiebstahlsfälle zu reduzieren?
Antragsteller:
REP

Zu der o.g. Anfrage gab das zuständige Polizeipräsidium Frankfurt am Main folgende Stellungnahme ab:
zu Frage 1:

In den vergangenen 5 Jahren wurden ca. 20.000 Taschen- und Trickdiebstähle in Frankfurt am Main angezeigt.

zu Frage 2:

Diebstähle durch sogenannte “Antänzer” stellen eine besondere Form des Trick- und Taschendiebstahls dar, die erst in den letzten Jahren deliktsmäßig auffällig wurde und daher eine besondere mediale Aufmerksamkeit erfährt. Diese Form des Diebstahls wird seit Mitte 2014 statistisch erfasst. Bisher wurden hier 157 Fälle registriert.
zu Frage 3:

Es kommt durchaus vor, dass es bei der Begehung von diesen Diebstählen zum Einsatz von Gewalt kommt, insbesondere, wenn der Trick des “Antanzens” nicht erfolgreich verläuft. Diese Tatbegehungen werden dann aber deliktisch als Raub oder räuberischer Diebstahl eingeordnet und gesondert erfasst.

zu Frage 4:

In dem angefragten Zeitraum wurden rund 1.800 Tatverdächtige im Bereich des Taschen- und Trickdiebstahls ermittelt. Eine Differenzierung nach den verschiedenen Begehungsformen des Taschen- und Trickdiebstahls findet nicht statt.

zu Frage 5:

Die ermittelten Tatverdächtigen stammen überwiegend aus dem südost-europäischen Raum, aus Nordafrika und Deutschland.

zu Frage 6:

Dazu kann keine Aussage getroffen werden.

zu Frage 7:

Durch das PP Frankfurt wurden zahlreiche Maßnahmen initiiert.
So wurde durch das Fachkommissariat eine Außenstelle “Taschen- und Trickdiebstahl” beim 1. Polizeirevier eingerichtet. Im Bereich der Kaiserstraße gibt es beim 4. Polizeirevier einen “Schutzmann vor Ort”, der interessierte Bürger und Geschäftsleute berät.

Es kommen immer mehr besonders geschulte operative Kräfte zum Einsatz. An erkannten Schwerpunkten wird der Einsatz uniformierter Kräfte verstärkt.

Im Bereich der Prävention werden beispielsweise bei größeren Veranstaltungen die Besucher gezielt durch den Einsatz von Flyern und Plakaten auf die Problematik des Taschen- und Trickdiebstahls hingewiesen.
Warnhinweise werden ebenfalls über die sozialen Netzwerke veröffentlicht.

Es wurde u. a. für diesen Deliktsbereich ein Präventionsprojekt unter dem Namen “Uffbasse” entwickelt, das über TV, Radio und Printmedien weite Verbreitung fand. Im September 2014 gab es eine große zentrale Veranstaltung auf der Zeil, in Kooperation mit Bundespolizei, Stadtpolizei, Präventionsrat der Stadt Frankfurt am Main, VGF, dem Weißen Ring sowie Handelsverband Hessen Süd, dem Verein Neue Zeil e. V. und dem City Forum Pro Frankfurt (IHK).
Weitere kleinere Veranstaltungen, wie z. B. der Einsatz des Präventionsmobils der Hessischen Polizei, ermöglichen es u. a. Diskothekenbesuchern, sich vor Ort zu informieren und auch fachkundig beraten zu lassen.

Eine Wiederholung des zentralen Präventionstags “Uffbasse” ist für 2016 in Planung.

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